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"Es gibt eine Theorie, die besagt, wenn jemals irgendwer genau herausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch noch etwas Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt. - Es gibt eine andere Theorie, nach der das schon passiert ist."

Douglas Adams
Die Zerstörung Rostocks im 2. Weltkrieg
Dienstag, 19. Mai 2009 um 14:03

Für die Auswahl Rostocks als wichtiges strategisches Ziel des anglo-amerikanischen Bombenkriegs sprachen mehrere Faktoren:

Die brennende Nikolaikirche, 19421. Durch die Arado- und die Heinkel-Flugzeugwerke befanden sich gleich zwei kriegswichtige Betriebe in der Stadt.

2. Aufgrund der geographischen Lage Rostocks war die Stadt gut erkennbar und erreichbar. Ein langer Flug über Feindgebiet war nicht nötig.

3, Rostock war ein wichtiger Knotenpunkt des Transitverkehrs nach Dänemark.

4, Die Luftabwehr der Stadt war äußerst gering.

5, Durch den großen Anteil alter Bausubstanz erhoffte man sich große Wirkung von Brandbomben.

 

Zerstörte Halle 64 der Heinkelwerke, hier fand die Endmontage des Bombers He 111 statt, 1942So erlebten die Rostocker den ersten Luftangriff auf ihre Stadt bereits am 11. Juni 1940 gegen 01.15h, wonach kurzzeitig die Bahnstrecke zwischen Rostock und Waren unterbrochen wurde. Menschen kamen nicht zu Schaden. Aber bereits am 3.Juli des selben Jahres gab es beim Angriff auf die Aradowerke und die Kröger-Werft (beide in Warnemünde) die ersten Todesopfer zu beklagen. Vier Menschen kamen ums Leben, 11 wurden verletzt.

altNachdem Lübeck am 28./29. März 1942 erstes Opfer der großen britischen Luftoffensive wurde, folgte bald, nämlich vom 24.-27.April, Rostock. Erstmals kombinierte die RAF (Royal Air Force) Präzisionsabwürfe und Flächenbombardements. Sternenklare Nächte und Wind begünstigte die Angriffe, so daß mehrere hundert Menschen den Tod fanden und gut die Hälfte der Innenstadt zerstört wurden. Ziel der RAF war es "zunächst die Grundlagen [zu] zerstören, auf denen die deutsche Kriegsmaschine beruht: die Wirtschaft, die sie füttert, die Moral, die sie aufrechterhält, der Nachschub, der sie nährt, und die Hoffnung auf den Sieg, die sie inspiriert." (Weisung des Britischen Kriegsministeriums an das RAF Bomber Command vom 9.Juli 1941, zitiert nach: Schaar, Torsten: Zur alliierten Luftkriegsstrategie gegen die Stadt Rostock zwischen 1940 und 1944, S. 9. In: Bohl, Hans-Werner/Keipke,Bodo/Schröder,Karsten: Bomben auf Rostock. Krieg und Kriegsende in Berichten, Dokumenten, Erinnerungen und Fotos 1940-1945, Rostock 1995.) 

Zerstörte Innenstadt, Blick von St.Marien, um 1942In der Nacht vom 8. zum 9. Mai 1942 flog die RAF einen weiteren Angriff, diesmal auf die Arado-Werke in Warnemünde, wobei die britische Luftwaffe mehr Flugzeuge verlor als während den vier Nächten des April-Bombardements.

Das US-Amerikanische TIME Magazine berichtete am 18. Mai 1942 unter der Überschrift "World Battlefronts: Brightout": "The R.A.F., making good Churchill's promise to make "rostockize" a more sinister verb than "coventrize,"* revisited ruined Rostock, then flew eight miles farther north to Warnemünde, aircraft-manufacturing center and U-boat training base. As the night flyers came in through fog, intense artillery fire greeted them—but no searchlights. Suddenly 50 powerful beams stabbed the darkness. Then more & more, until some cones of light were formed by as many as 40 searchlights, catching and holding bombers at their apex. Simultaneously a great curtain of light was flung out horizontally to dazzle raiders, protect factories and military works. To find their objectives—a huge Arado Flugzeugwerke assembly plant for Messerschmitts and a Heinkel torpedo-plane plant—the R.A.F. was forced to dive through the shimmering light curtain, headlong into terrific anti-aircraft fire. Result: 19 raiders lost, heaviest toll since last November."

Weitere Angriffe gab es im Oktober 1942 und im April 1943 bevor im Juli 1943 zunächst der Flugplatz Warnemünde/Groß-Klein und am 9. und 11. April 1944 erneut das Stadtgebiet bombardiert wurde. Die letzten Luftangriffe mußten den Rostocker Mitte Februar und im August 1944 erdulden. Die letzten Vernichtungsbombardements des Jahres 1945 blieben den Rostockern erspart.


 

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