„Ich hörte eine heftige Debatte zweier Professoren über die bequemste und wirksamste Weise, Steuern zu erheben, ohne den Untertanen lästig zu werden. Der erste behauptete: Die gerechteste Methode werde darin bestehen, wenn man Laster und Torheit besteure; die Summe für jeden müsse dann aufrichtig durch eine Jury bestimmt werden, die aus seinen Nachbarn zusammengesetzt würde. Der zweite war durchaus der entgegengesetzten Meinung: Man müsse diejenigen Eigenschaften des Körpers und der Seele besteuern, worauf die Menschen hauptsächlich eitel wären; man müsse geringere oder höhere Abgaben nach dem Verhältnis der Eitelkeit bestimmen; einem jeden müsse die Entscheidung in diesem Punkte überlassen bleiben. Die höchste Abgabe müsse von Männern bezahlt werden, die große Günstlinge des anderen Geschlechts seien, und zwar nach Verhältnis der Zahl und der Natur aller Gunstbezeigungen, die sie erhalten hätten. Hierbei solle ihnen erlaubt sein, Zeugnis für sich selbst abzulegen. Witz, Tapferkeit und Höflichkeit solle ebenfalls hoch besteuert werden, wobei dann die Abgaben in derselben Art eingezogen werden müßten; indem nämlich jeder Mann die Quantität, die er besitze, auf sein Ehrenwort angebe. Ehre, Gerechtigkeit, Weisheit und Gelehrsamkeit sollen jedoch nicht besteuert werden, weil es Eigenschaften sind, die keiner seinem Nebenmenschen zugestehen oder bei sich selbst bedeutend schätzen wird. Die Weiber müßten ferner im Verhältnis ihrer Schönheit und ihrer Geschicklichkeit, sich zu putzen, besteuert werden und dabei dasselbe Privileg wie die Männer besitzen, das heißt, sie müssen den Grad der Eigenschaften selbst bestimmen; Beständigkeit, Keuschheit, Verstand und Gutmütigkeit sollten jedoch in die Steuerliste nicht aufgenommen werden, weil sie die Kosten des Steuererhebens nicht einbringen würden.“ – Quelle: Swift, Jonathan: Gullivers Reisen, Stuttgart 1998, S. 245f (EA 1726).
Kategorie: Zitate
Der Mathematiker
„Der Mathematiker ist ein mythologisches Wesen, halb Mensch, halb Stuhl.“ (nach: DIE ZEIT.)
Bücher
„All good books have one thing in common — they are truer than if they had really happened.“ – Ernest Hemingway, Papa Hemingway.
Man
„A man can be destroyed but not defeated.“ – Ernest Hemingway, The Old Man and the Sea.
Reisegepäck
„Nach Erkenntnissen der Astrophysiker bestehen die Ringe des Saturn ausschließlich aus verloren gegangenem Reisegepäck.“ Werner von Braun – Quelle: Bittrich, Dietmar: Böse Sprüche für jeden Tag, München 2009.
Gottes Wege
„Ich weiß nicht, wohin Gott mich führt; aber wenn er diese Richtung beibehält, schlage ich vor, daß er allein weitergeht.“ Bruno Bettelheim – Quelle: Bittrich, Dietmar: Böse Sprüche für jeden Tag, München 2009.
Die Kunst des Prägnanz
„Die Kürze ist die Schwester des Talents.“ – Anton Tschechow.
Wahlversprechen
„Ich verspreche euch nichts, also glaubt mir!“ – Peer Steinbrück (SPD) im September 2009 zum Thema Steuersenkungen, Quelle: SpOn.
Liebe
„Das habe ich lebendiger als je empfunden, dass die Liebe das einzige ordentliche Ding ist, das wir auf der Welt davon tragen, und das widerhält, wenn die anderen Lumpereien zugrunde gehen.“ – Wilhelm Grimm.
Kennedy & Marx
„Der freie Sraat hat sich im Gegensatz zu Marx‘ Prophezeiungen als fähig erwiesen, den Lebensstandard der Massen zu heben, die Verteilung der Güter auszugleichen, soziales Mitverantwortungsgefühl zu wecken, geistiges Neuerertum zu fördern und eine immer ausgeglichenere, egalitaristerische Gesellschaft zu schaffen.“ – Kennedy, Robert F.: Bekenntnis zur Gerechtigkeit, München 1966, S. 117.
