Elvis Presley

„Zunächst ist an diesem Elvis Presley nichts Besonderes: er sieht ziemlich dumm aus. das gibt es bei anderen Menschen auch; sein Gesicht ist immer leicht vernebelt, wie bei manchen anderen auch; er kann nicht Gitarre spielen; auch dadurch hat er keinen Seltenheitswert, er kann auch nicht singen. Was ihn jedoch nicht hindert, zum berühmtesten Rock ’n‘-Roll-Singer zu avancieren, und sich zu seinen sogenannten Konzerten mit einer Gitarre zu dekorieren. Der Erfolg: für eine seiner Platten, „Love Me Tender“, lagen vor ihrem Erscheinen zwei Millionen Bestellungen vor, auch für amerikanische Verhältnisse ein einmaliges Phänomen. Nach jeder Veranstaltung mußte Mr. Presley von der Polizei in Sicherheit gebracht werden wenn er nicht aller Textilien ledig nach Hause kommen wollte. Diese Karriere kam — historisch erstmalig — auch gegen den „ehernen Boykott“ der Fachkritik zustande. Schließlich brachte es Mr. Presley zuwege, Gegenstand psychiatrischer Abhandlungen zu werden. Dieser Mensch ist von Hause aus ein halber Analphabet. Das ist traurig, aber leider wahr, und deshalb verfiel man auch darauf, an ihm besonders die Frisur die unter dem Terminus Technikus „Entenschwanz“ in die Geschichte des Barbierhandwerks eingehen wird und die damit den Kopf ersetzt.“

Quelle: Neues Deutschland, 13. Dezember 1956, S. 3

„Diskussionskultur“ anno 2015

„Ja, Sozialisten, Anarchisten, Liberale und Konservative bekämpften einander mit aller Härte. Stets aber ging es zuallererst um die Interpretation der Wirklichkeit, um die unterschiedlichen Schlüsse, die man aus den Verhältnissen zog, um sie zu verändern.
Heute werden schon die Fakten an sich geleugnet – oder zum Gegenstand einer absurden Verschwörungsakrobatik gemacht. Dass es dabei nicht um Feinheiten der Erkenntnistheorie geht oder um einen philosophisch begründeten Wahrheitsbegriff, zeigt die aktuelle Debatte um die Ukraine und Russland.“ – Quelle: FAZ.

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