Die Geburt des Thronfolgers

„Eine außerordentliche Lond. Hof-Zeg. vom 9. Nov. meldet: „Heute Morgens, 12. Minuten vor 11 Uhr, wurde die Königinn glücklich von einem Prinzen entbunden. Se. k. Hoheit Prinz Albert, Ihre k. Hoheit die Herzoginn von Kent, mehrere Lords von Ihrer Majestät höchst ehrenwerthem geheimen Rath und Ihrer Majestät Hofdamen waren daher anwesend. Diese große und wichtige Neuigkeit wurde sogleich der Hauptstadt durch Abfeuern der Park- und Tower-Kanonen bekannt gemacht, und nachdem sich darauf der geheime Rath so schnell als möglich im Conceilszimmer in Whitehall versammelt hatte, wurde beschlossen, daß von Sr. Gnaden dem Erzbischof von Canterbury die Formel zu einem Dankgebeth für der Königinn glückliche Entbindung von einem Prinz en vorbereitet werden möge, welche in allen Kirchen und Capellen von England und Wales und in der Stadt Berwick am Tweed am Sonntag den 14. November oder dem nächstfolgenden Sonntag, nachdem die Geistlichen solche erhalten haben werden, gebethet werden soll. Ihr Majestät und der kleine Prinz befinden sich, Got sey dafür gedankt! beyde wohl. – So ist eine sehnliche Hoffnung der Nation erfüllt, welche doch immer einem männlichen Thronerben den Vorzug gibt. Der Globe sagt: „Das prinzliche Kind ist durch die Geburt Herzog von Cornwall und wird in einem oder zwey Tagen als Prinz von Wales proclamiert werden. Die ersten Geburtswehen stellten sich heute Morgen um 6 Uhr ein, legten sich wieder, kehrten aber bald zurück, und endigten, undet dem Segen der göttlichen Vorhersehung, mit der Geburt des Thronerben. Das erlauchte Kind ist ein bemerkenswerth schöner, wohlgewachsener, starker, wohlproportionierter und gesunder Knabe. Die Cabinettsminister, welche in der Windsor-Uniform erschienen, der Primas des Rechs und der Bischof von London u.s.w. hatten sich auf die erste Anzeige von den eingetretenen Wehen gegen 7 Uhr im Buckingham-Pallaste eingefunden. Wenigen Minuten nach 2 Uhr ward auf dem Paradeplatze im St. Jamespark eine königl. Salve von 41 Kanonenschüssen abgefeuert, um das glückliche Ereignis dem Volk zu verkünden, welches sich bald in großen Anzahl vor dem Pallaste versammelte. Die Neuigkeit hatte sich aber gleich nach der Geburt wie ein Lauffeuer durch die ungeheure Stadt verbreitet, und ward überall mit den wärmsten Empfindungen der Freude und der Loyalität aufgenommen. Von den Thürmen der verschiedenen Metropolitankirchen erlangen den ganzen Tag über fröhliche Glockenspiele. An die  fremden Höfe eilten sogleich Couriere mit der Nachricht ab, und auf der London-Liverpooler Eisenbahn ging mit einem eigenen Train ein Expresser ab, um dieselbe an den Lordstatthalter von Irland nach dem Dubliner Schloß zu bringen.“ – Quelle: Wiener Zeitung vom 19.11.1841.

 

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