Elvis Presley

„Zunächst ist an diesem Elvis Presley nichts Besonderes: er sieht ziemlich dumm aus. das gibt es bei anderen Menschen auch; sein Gesicht ist immer leicht vernebelt, wie bei manchen anderen auch; er kann nicht Gitarre spielen; auch dadurch hat er keinen Seltenheitswert, er kann auch nicht singen. Was ihn jedoch nicht hindert, zum berühmtesten Rock ’n‘-Roll-Singer zu avancieren, und sich zu seinen sogenannten Konzerten mit einer Gitarre zu dekorieren. Der Erfolg: für eine seiner Platten, „Love Me Tender“, lagen vor ihrem Erscheinen zwei Millionen Bestellungen vor, auch für amerikanische Verhältnisse ein einmaliges Phänomen. Nach jeder Veranstaltung mußte Mr. Presley von der Polizei in Sicherheit gebracht werden wenn er nicht aller Textilien ledig nach Hause kommen wollte. Diese Karriere kam — historisch erstmalig — auch gegen den „ehernen Boykott“ der Fachkritik zustande. Schließlich brachte es Mr. Presley zuwege, Gegenstand psychiatrischer Abhandlungen zu werden. Dieser Mensch ist von Hause aus ein halber Analphabet. Das ist traurig, aber leider wahr, und deshalb verfiel man auch darauf, an ihm besonders die Frisur  die unter dem Terminus Technikus „Entenschwanz“ in die Geschichte des Barbierhandwerks eingehen wird und die damit den Kopf ersetzt.“ – Quelle: Neues Deutschland, 13. Dezember 1956, S. 3

Harte Zeiten für Kunden

„Many a New Yorker living today can recall the Division Street „pullers in“ those strident-voiced, hardboiledfemale go-getters of the ’nineties who dragged customers into illinery shops with, or without, the customers‘ consent. These formidable ladies occasionally annoyed assersby to the point where hairpulling, ace-clawing and vocal calisthenics replaced gentle suasion.“ – Quelle: The 1938 Almanac for New Yorkers, S. 65.

Die Geburt des Thronfolgers

„Eine außerordentliche Lond. Hof-Zeg. vom 9. Nov. meldet: „Heute Morgens, 12. Minuten vor 11 Uhr, wurde die Königinn glücklich von einem Prinzen entbunden. Se. k. Hoheit Prinz Albert, Ihre k. Hoheit die Herzoginn von Kent, mehrere Lords von Ihrer Majestät höchst ehrenwerthem geheimen Rath und Ihrer Majestät Hofdamen waren daher anwesend. Diese große und wichtige Neuigkeit wurde sogleich der Hauptstadt durch Abfeuern der Park- und Tower-Kanonen bekannt gemacht, und nachdem sich darauf der geheime Rath so schnell als möglich im Conceilszimmer in Whitehall versammelt hatte, wurde beschlossen, daß von Sr. Gnaden dem Erzbischof von Canterbury die Formel zu einem Dankgebeth für der Königinn glückliche Entbindung von einem Prinz en vorbereitet werden möge, welche in allen Kirchen und Capellen von England und Wales und in der Stadt Berwick am Tweed am Sonntag den 14. November oder dem nächstfolgenden Sonntag, nachdem die Geistlichen solche erhalten haben werden, gebethet werden soll. Ihr Majestät und der kleine Prinz befinden sich, Got sey dafür gedankt! beyde wohl. – So ist eine sehnliche Hoffnung der Nation erfüllt, welche doch immer einem männlichen Thronerben den Vorzug gibt. Der Globe sagt: „Das prinzliche Kind ist durch die Geburt Herzog von Cornwall und wird in einem oder zwey Tagen als Prinz von Wales proclamiert werden. Die ersten Geburtswehen stellten sich heute Morgen um 6 Uhr ein, legten sich wieder, kehrten aber bald zurück, und endigten, undet dem Segen der göttlichen Vorhersehung, mit der Geburt des Thronerben. Das erlauchte Kind ist ein bemerkenswerth schöner, wohlgewachsener, starker, wohlproportionierter und gesunder Knabe. Die Cabinettsminister, welche in der Windsor-Uniform erschienen, der Primas des Rechs und der Bischof von London u.s.w. hatten sich auf die erste Anzeige von den eingetretenen Wehen gegen 7 Uhr im Buckingham-Pallaste eingefunden. Wenigen Minuten nach 2 Uhr ward auf dem Paradeplatze im St. Jamespark eine königl. Salve von 41 Kanonenschüssen abgefeuert, um das glückliche Ereignis dem Volk zu verkünden, welches sich bald in großen Anzahl vor dem Pallaste versammelte. Die Neuigkeit hatte sich aber gleich nach der Geburt wie ein Lauffeuer durch die ungeheure Stadt verbreitet, und ward überall mit den wärmsten Empfindungen der Freude und der Loyalität aufgenommen. Von den Thürmen der verschiedenen Metropolitankirchen erlangen den ganzen Tag über fröhliche Glockenspiele. An die  fremden Höfe eilten sogleich Couriere mit der Nachricht ab, und auf der London-Liverpooler Eisenbahn ging mit einem eigenen Train ein Expresser ab, um dieselbe an den Lordstatthalter von Irland nach dem Dubliner Schloß zu bringen.“ – Quelle: Wiener Zeitung vom 19.11.1841.

 

schonen

schonen

Wenn man etwas behutsam behandelt, dann schont man es. 

Beispiel: „Wenn wir den Teppich schonen, dann haben wir noch lange Freude an ihm.“

Man kann das Verb auch auf Menschen anweden.

Beispiel: „Nach seiner langen Krankheit muß er sich noch schonen und kann nicht sofort ganztags arbeiten.“

Politikerschelte anno 1902

„Der gegenwärtige Präsident der Vereinigten Staaten, Mr. Roosevelt, der nach dem Tode Mac Kinley’s die Leitung der Staatsgeschäfte für den ganzen Rest der Präsidentschaftsperiode (bis 1904) übernommen hat, soll so ziemlich dieselben Ansichten haben, wie der verstorbene Präsident Mac Kinley. Roosevelt hat mehr Pläne, doch scheint ihm die geistige Bedeutung und die aus ihr entspringende imposante Ruhe zu fehlen, die Mac Kinley auszeichnete. Roosevelt ist abenteuerlustiger Natur; früher Goldgräber, war er dann hauptsächlich Sportsman, und auf Cuba hat er sogar eine Heldenthat verrichtet.

 

Was jetzt von Leuten, die sich in Stellung befinden oder solche zu erlangen hoffen, an Reclame-Artikeln für den Präsidenten Mr. Roosevelt geleistet wird, grenzt ans Unglaubliche. Er fragt sich nur, ob er selbst das Alles lesen kann, umsomehr, al er einen grossen Theil seiner Zeit offenbar braucht, um sich photographieren zu lassen. Der eigentliche Act des Photographierens beansprucht ja allerdings nicht viel Zeit, aber Mr. Roosevelt wechselt ständig das Costüm. Bald lässt er sich im Familienkreis photographieren und bald im Staatskleid, bald als Cowboy und bald in seiner Obersten-Uniform, bald als Jäger und bald als Lawn-Tennis-Spieler, bald als Volksredner und bald als Schriftsteller am Schreibtisch, bald als Ruderer und bald als Holzhacker mit Wadenstrümpfen und dem Beil auf der Schulter. […] Betrachtet man die zahllosen Photographien in immer wechselnden Stellungen, so kommt man zu Ueberzeugung, dass die Union jetzt einen ausserordentlich arbeitsfreudigen Präsidenten hat.“ – Dillinger Zeitung am 10. Januar 1902.